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Newsletter Januar 2018

Seit 1977 fördert das Deutsche Haus in New York den interkulturellen Dialog. Die im historischen Greenwich Village gelegene Institution bietet heute immer noch verschiedene Sprachkurse an, richtet sich mit einigen Veranstaltungen auch explizit an Kinder und versteht sich natürlich als Plattform für Kunst aus dem deutschsprachigen Raum – das können Ausstellungen, Lesungen, aber auch Filmreihen sein. Seit 2014 wird das Haus von Juliane Camfield geleitet, die auch Mitglied im Verwaltungsrat des New Yorker Ablegers der Fassbinder Foundation ist.

 

Am 29. Januar wird im Deutschen Haus ein Panel zu Fassbinders fünfteiliger Arbeiter-Fernsehserie ACHT STUNDEN SIND KEIN TAG stattfinden. Mit dabei sind neben RWFF-Präsidentin Juliane Maria Lorenz auch Laurence Kardish, der ehemalige Leiter des MoMA-Filmdepartments, Rajendra Roy, der heute ebenda Chefkurator ist, sowie der Filmwissenschaftler Thomas Elsaesser, der das englischsprachige Standardwerk „Fassbinder’s Germany“ verfasst hat (das in deutscher Übersetzung im Bertz + Fischer Verlag erschienen ist: http://www.bertz-fischer.de/rainerwernerfassbinder.html).

 

Die US-Premiere der Serie fand bereits am 20. Januar im MoMA statt. Ab März geht es dann weiter mit einer Tournee durchs ganze Land. Für alle anderen aus dem englischsprachigen Raum wird es ACHT STUNDEN SIND KEIN TAG dank der Criterion Collection demnächst auch auf DVD und Blu-ray geben.

 

Interessant wird es auch in Berlin: An der Volksbühne zeigt der katalanische Regisseur Albert Serra im Februar seine erste deutschsprachige Theaterarbeit. Nachdem er sich in seinem letzten Film DER TOD VON LUDWIG XIV. dem Ableben des Sonnenkönigs gewidmet hat, beschwört er nun ein utopisches 18. Jahrhundert herauf, in dem eine Gruppe französischer Freidenker die Libertinage nach Deutschland importieren will. Als Schauspieler konnte Serra unter anderem Ingrid Caven und Helmut Berger gewinnen. Premiere ist am 22. Februar, Karten und weitere Informationen gibt es auf der Seite des Theaters: https://www.volksbuehne.berlin/de/programm/790/liberte/2640

 

Begleitend zu den Vorführungen wird auch Serras einhundertundein Stunden langer Film THREE LITTLE PIGS im 3. Stock des Hauses gezeigt. Das für die documenta 13 entstandene Projekt reflektiert ausgehend von Goethe, Hitler und Fassbinder über Europa und seine kulturelle Identität. Der monologisierende RWF wird von der Künstlerin Judith Groth verkörpert und taucht eher gegen Ende des Mammutfilms auf. Die genauen Termine und Tickets gibt es hier: https://www.volksbuehne.berlin/de/programm/2602/three-little-pigs

 

Leider schon vorbei ist die Buchpräsentation von Falk Richters „Ich bin Europa“ im Berliner Maxim Gorki Theater. Dort wurde etwa auch aus „Je suis Fassbinder“ gelesen und die berühmte Küchenszene aus DEUTSCHLAND IM HERBST nachgestellt – mit Ersan Mondtag als RWF und dem Autor selbst als Fassbinders Mutter. In Hamburg kann man dafür ab Ende Januar wieder Richters Inszenierung von Elfriede Jelineks Trump-Stück „Am Königsweg“ sehen. Termine und Tickets gibt es hier: https://www.schauspielhaus.de/de_DE/kalender/am_koenigsweg.14820289

 

Zum Abschluss noch ein Kinohinweis: Am 18. Januar startet François Ozons neuer Film DER ANDERE LIEBHABER in Deutschland. Der französische Regisseur ist bekanntlich leidenschaftlicher Fassbinder-Fan (nachzulesen in dieser Würdigung: https://www.welt.de/kultur/article931067/Mein-Vorbild-Rainer-Werner-Fassbinder.html DE) und adaptierte im Jahr 2000 RWFs Theaterstück „Tropfen auf heiße Steine“ für die Leinwand. Diesmal versucht er sich an etwas ganz anderem: einem psychosexuell aufgeladenen Thriller in der Tradition von Brian De Palma. Basierend auf einer Geschichte von Joyce Carol Oates erzählt er von einer jungen Frau, die einen Psychiater aufsucht und dabei an ein mysteriöses Zwillingspaar gerät. Einen Trailer des Films kann man sich hier ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=wIBzr0vDW2w

 

Wir wünschen unseren Freunden und Lesern eine schöne Zeit und melden uns im Februar wieder mit Neuigkeiten rund um Rainer Werner Fassbinder.

 

Foto links: ACHT STUNDEN SIND KEIN TAG © Rainer Werner Fassbinder Foundation

 

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