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11.09.2008
Werner Schroeter in Venedig mit dem „Leone Speciale“ geehrt
Neuer Film NUIT DE CHIEN (DIESE NACHT) erlebte auf der 65. Mostra seine Premiere Zum Abschluss der Filmbiennale in Venedig (27. August bis 6. September) überreichte die Jury unter der Präsidentschaft von Wim Wenders dem deutschen Regisseur Werner Schroeter einen Sonderpreis für sein Lebenswerk. Die Laudatio zum „Leone Speciale“ würdigt den 63jährigen für sein „innovatives, kompromissloses und oft provokantes“ Gesamtwerk aus Film-, Theater- und Opernproduktionen. Sein Schaffen erstreckt sich mittlerweile über eine Spanne von mehr als 4 Jahrzehnten.
Nach einer längeren Filmpause präsentierte Schroeter in Venedig seinen neuen Spielfilm NUIT DE CHIEN (DIESE NACHT), den er nach der Romanvorlage „Para esta noche“ (1943) des Uruguayaners Juan Carlos Onetti erstellt hat.
Schon Ende der siebziger Jahre prophezeite Fassbinder dem Freund Werner Schroeter in seiner so eigenen markanten Dialektik: „Ich kenne keinen außer mir, der so verzweifelt konsequent einer wahrscheinlich, infantilen, dummdreisten Utopie von so etwas wie Liebe (diese Worte, meine Damen und Herren, entlarven sich ohnehin ganz von allein, oder?) hinterherrennt und den immergleichen graugrünen Erfahrungen hilflos gegenübersteht. Aber Erfahrung macht dumm. Wir werden wohl beide so weitermachen.“ RWF, „Klimmzug, Handstand, Salto Mortale – sicher gestanden“, Frankfurter Rundschau, 24. Februar 1979
In WARNUNG VOR EINER HEILIGEN NUTTE (1970) und WELT AM DRAHT (1973) tritt Schroeter in kurzen Gastrollen bei RWF auf.
Für NEAPOLITANISCHE GESCHWISTER erhält er 1978 seinen ersten Bundesfilmpreis, PALERMO ODER WOLFSBURG (1980) bringt ihm dann einen Goldenen Bären bei der Berlinale ein. Seine MALINA-Verfilmung nach Elfriede Jelineks Drehbuch beschert ihm und seinem Team 1991 Deutsche Filmpreise in gleich mehreren Kategorien. So für den besten Film, die beste Regie, die beste Hauptdarstellerin (Isabelle Huppert) sowie die beste Montage, die Fassbinder-Cutterin Juliane Lorenz hier und bei insgesamt sechs Schroeter-Werken übernommen hatte. Dazu gehören unter anderem DER ROSENKÖNIG (1985/86), der mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnete Dokumentarfilm A LA RECHERCHE DU SOLEIL (1986) und DEUX aus dem Jahr 2002. Ein Interview mit Werner Schroeter zum aktuellen Film und der Kinotrailer sind unter den folgenden Adressen abrufbar: http://www.arte.tv/de/Videos-auf-ARTE-TV/2151166,CmC=2215916.html http://www.arte.tv/de/Videos-auf-ARTE-TV/2151166,CmC=2216320.html
Foto links: Werner Schroeter als der Fotograf Deisters in WARNUNG VOR EINER HEILIGEN NUTTE, 1970 © RWFF Foto rechts: Werner Schroeter während der Dreharbeiten zu MALINA, 1990 © Lore Bermbach
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