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04.12.2008
Fassbinder-Werke in Peking
„Liebe ist kälter als der Tod“ erstmals auf der Bühne Das Goethe-Institut Peking feierte 2008 sein 20jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass hatte es ein breit gefächertes Programm aus Ausstellungen, Podiumsdiskussionen sowie Theater- und Filmvorführungen u.a. im Kunstviertel „Art Space 798“ organisiert. Ein Höhepunkt in der Sparte Film war in der „Goethe Nacht“ am 1. November einmal mehr Fassbinders BERLIN ALEXANDERPLATZ: Remastered. Der Gesamtfilm wurde hier in der chinesisch untertitelten Fassung wieder einem neuen Publikum zugänglich gemacht. Mit LEBENSZEICHEN (1966) war zuvor schon eine Retrospektive mit Werner Herzogs Werken eröffnet worden.
Das Goethe-Institut versteht sich bilateral als Förderer des Austausches zwischen Deutschland und China aber mehr noch als Kulturmittler für die Auseinandersetzung mit der westlichen Moderne überhaupt. Und so gab es vom 5. - 15. November mehr Fassbinder im Fengchao-Theater zu sehen: Eine Bühnenadaption seines Erstlingswerkes LIEBE IST KÄLTER ALS DER TOD von 1969. Der als Avantgarde-Regisseur bekannte Meng Jinghui hatte sich des Stoffes angenommen und in Zusammenarbeit mit dem Chinesischen Staatstheater das komplette Stück hinter der so genannten „Vierten Wand“ inszeniert. Die große Glasscheibe vor der Szene steht für „jenen unsichtbaren Schirm, der das Publikum stets von der Bühne trennt“, wie es der amerikanische Filmkritiker Vincent Canby einmal beschrieb. Die Zuschauer hören dabei das Gesprochene nur über Kopfhörer. Meng Jinghui sagte dazu: „Ich habe die filmische Vorlage fast nicht verändert, abgesehen von dem Glas, den Kopfhörern, dem Klang und der steifen Darstellungsweise, die ich verlange, um die Produktion zu einem Theaterexperiment zu machen, das die herkömmliche Erfahrung des Publikums herausfordert.“ (China Daily, 12.11.2008) Lesen Sie dazu die Kritik „Fassbinder in Peking: Kalte Liebe im Glasguckkastentheater“ aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 21.11.2008 unter dem folgenden Link: http://www.fassbinderfoundation.de/bilder/FAZ-FassbinderInPekingde.pdf
Fotos: 2008 © Fengchao-Theater
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