24.03.2009
Volker Spengler: 70jähriges Theaterurgestein

Ab April mit „Amanullah Amanullah“ an der Berliner Volksbühne

Volker Spengler wirkte zwischen 1975 und 1982 in elf Filmen von R. W. Fassbinder mit. In IN EINEM JAHR MIT 13 MONDEN (1978) wurde er synonymhaft mit seiner metamorphosen Darstellung der transsexuellen „erwinschen Elvira“. In den letzten beiden Jahrzehnten spielte Spengler neben seiner Theaterarbeit in Filmen von Christoph Schlingensief und Volker Schlöndorff. Vor kurzem beging er ein rundes Lebensjubiläum, zu dessen Anlass ihm wichtige Wegbegleiter und Kritiker gratulierten und das Einzigartige an ihm zu beschreiben suchten:
 
Irm Hermann: Der verehrte Würger
Dass Volker Spengler ein grandioser Darsteller ist, dass er mit seiner Sprache brilliert und fasziniert, dass ich ihn besonders als Elvira in Fassbinders „In einem Jahr mit 13 Monden“ geradezu verehre, das möchte ich ihm gerne sagen.“ (Theater der Zeit, Heft Nr. 2/2009)
 
Matthias Heine: Glückwunsch: Das heilige Monster Volker Spengler wird 70
[...] „Alle großen westdeutschen Schauspieler der Siebzigerjahre sind nicht nur durch Schulen geprägt worden, sondern durch die Arbeit mit den drei epochalen Regisseuren Peter Stein, Peter Zadek oder Rainer Werner Fassbinder. Zum Gefolge des letztgenannten gehört Volker Spengler [...]“ (DIE WELT, 16.02.2009)
 
Frank Castorf: Das lyrische Schlitzohr
[...] „Auffällig ist ja diese Modifikation, diese Veränderung die sein Körper durchgemacht hat. In den Fassbinder-Filmen ist er ein strahlender junger Mann. Dann hat er sich in seinen Körper regelrecht reingelebt. Deswegen wirkt er auf mich auch nicht alt. Sein Gesicht ist selbst eine Landschaft.“ [...] (Theater der Zeit, Heft Nr. 2/2009)
 
Rüdiger Schaper: Anarchist und Engel
[...] „Spengler ist ein Abenteurer, und es ist ein Abenteuer, ihn auf der Bühne zu erleben – in den letzten Jahren bei Frank Castorf (als H. C. Andersens Märchenfee!) und vor allem in René Polleschs Kuschel-Diskursen an der Volksbühne. Man muss sagen, er hat immer mit den besten gearbeitet.“ [...] (Der Tagesspiegel, 16.02.2009)
 
Ulrich Seidler: Dampfbügelnd – Volker Spengler zum 70.
[...] „Spengler ist die Nagelprobe für jede Theaterabmachung, denn er füllt die Bühne mit Wirklichkeit aus: Sein uferloser Leib, seine verkommende Stimme, seine gar nicht mal angstfreie Chuzpe im Kampf mit dem Text machen das Ereignis.“ [...] (Berliner Zeitung, 16.02.2009)

Volker Schlöndorff: Der wahre Untergang (zu DER UNHOLD, 1996)
[...] „Volker Spengler kam zu Probeaufnahmen nach Babelsberg, sein Partner Malkovich war sofort begeistert und schloss innige Freundschaft mit ihm. Göring ist ja eine Traumrolle für jeden Schauspieler, der Political Correctness verabscheut. So einer ist Volker Spengler.“ [...] (Theater der Zeit, Heft Nr. 2/2009)
 
Ab April 2009 können Sie Volker Spengler wieder leibhaftig im Stück „Amanullah Amanullah“ an der Berliner Volksbühne im Prater erleben. Hier geht es zu den Terminen:
http://www.volksbuehne-berlin.de/praxis/amanullah_amanullah_/?id_datum=1601


Foto links: Volker Spengler als Ernst in SATANSBRATEN, 1976 © RWFF
Foto rechts: Volker Spengler als Erwin Weishaupt neben Eva Mattes als Marie-Ann in IN EINEM JAHR MIT 13 MONDEN, 1978 © RWFF

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