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30.03.2009
Volker Schlöndorff wird 70
„Licht, Schatten und Bewegung. Mein Leben und meine Filme“ Die Herzlichen Glückwünsche zum 70. Geburtstag können nun auch an Volker Schlöndorff gerichtet werden, der am 31. März 1939 in Wiesbaden das Licht dieser Welt erblickte. In seiner jüngst veröffentlichten Autobiographie „Licht, Schatten und Bewegung“ ist die unverbrüchliche Verbindung von Lebensweg und Lebenswerk authentisch beschrieben. Schlöndorff begann Anfang der Sechziger Jahre als Assistent bei den damaligen Meistern Frankreichs: Alain Resnais, Jean-Pierre Melville und Louis Malle. Schon 1966 gibt er mit der Verfilmung von DER JUNGE TÖRLESS nach dem Roman von Robert Musil sein Regie-Debüt. Es folgen 1969 MICHAEL KOLHAAS und BAAL nach Brecht, in dem antiteater-Chef Rainer Werner Fassbinder die Titeltrolle des jungen talentierten Dichters spielt. In DER PLÖTZLICHE REICHTUM DER ARMEN LEUTE VON KOMBACH (1970) tritt RWF ein weiteres Mal als Darsteller auf. Diese Gemeinschaftsprojekte aus frühen Tagen sollten 1977 mit DEUTSCHLAND IM HERBST eine gereifte Entsprechung und letztlich ihren Höhepunkt finden. Dem vorausgegangen war in Schlöndorffs Filmographie die wichtige Verfilmung von Heinrich Bölls Erzählung DIE VERLORENE EHRE DER KATHARINA BLUM (1975) zusammen mit Ehefrau Margarethe von Trotta. Das „Markenzeichen Blechtrommel“ ist die Überschrift für sein größtes Kapitel im Buch, in dem er den Weg zur Oscar-Trophäe anhand von Notizen während der Dreharbeiten nachzeichnet. Die Vorlage zum Film verwendet er im Sinne von „Literatur als Auskunft über deutsche Geschichte“. DIE BLECHTROMMEL bedeutet für Volker Schlöndorff 1979 den internationalen Durchbruch. In Hollywood dreht er danach u.a. mit Dustin Hoffman TOD EINES HANDLUNGSREISENDEN (1985), mit Richard Widmark EIN AUFSTAND ALTER MÄNNER (1987) und mit Woody Harrelson PALMETTO – DUMME STERBEN NICHT AUS (1998). 1991 bereits fügte er seiner Reihe der deutschsprachigen Literaturverfilmungen mit Max Frischs HOMO FABER ein weiteres Meisterwerk hinzu. Nach einer filmischen Schaffenspause ging es 1996 mit John Malkovich in DER UNHOLD weiter. Gedreht wurde unter anderem in den Studios von Potsdam-Babelsberg, deren Geschicke Schlöndorff von 1992-1997 als Geschäftsführer leitete. Zusammen mit dem bekannten DEFA-Drehbuchautor, Wolfgang Kolhaase, realisierte er zur RAF-Geschichte den Film DIE STILLE NACH DEM SCHUSS (1999), der im Jahr 2000 mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde. Der Leitsatz „Was seine Helden umtreibt in der Geschichte ihres schönen Scheiterns: Verweigerung und Protest“ sollte auch für den luxemburgischen katholischen Priester, Abbé Henri Kremer, im KZ-Drama DER NEUNTE TAG (2004) gelten. Volker Schlöndorff befindet sich derzeit auf Lesereise durch Deutschland. Besuchen Sie seine Website hier: http://www.volkerschloendorff.com
Bei ARTHAUS/KINOWELT ist ihm zu Ehren gerade die „Volker Schlöndorff Director’s Edition“ mit neun Filmtiteln erschienen: http://www.kinowelt.de/dvd/volker_schloendorff_directors_edition Foto links: Volker Schlöndorff und Rainer Werner Fassbinder, 1981 © RWFF / Karl Reiter
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