28.04.2009
Hanna Schygulla-Dokumentationszentrum in Havanna geplant

Dreharbeiten mit der kubanischen Schauspielerin Alicia Bustamante
 
Die Universität Havanna plant die Einrichtung eines Dokumentationszentrums zu Hanna Schygulla und ihren Filmen. Es wird bei der Cátedra Humboldt, einem Institut zur Vermittlung der deutschen Sprache und Kultur, angesiedelt sein. Bei der feierlichen Veranstaltung „Hanna Schygulla – Ma vie“ wurde anlässlich des 20jährigen Bestehens der Kulturinstitution eine entsprechende Vereinbarung geschlossen. Die Kubaner gelten allgemein als sehr filminteressiert. Zudem hat das Land seit 1961 Deutsch als Unterrichtsfach in das staatliche Bildungssystem integriert.
 
Hanna Schygullas Enthusiasmus für Lateinamerika und besonders für Kuba begann bei Dreharbeiten Anfang der 90er Jahre. Sie spielte dort 1992 in der TV-Serie „Me alquilo para soñar“ („Ich verleihe mich zum Träumen“) die Hauptrolle. Aus dieser Zeit rührt auch die intensive Freundschaft zu der kubanischen Schauspielerin Alicia Bustamante, die sie als ihr „Auge von außen“ bezeichnet. Sie vergleicht die Intensität dieser Beziehung mit der zu Rainer Werner Fassbinder. Vor den Kulissen Havannas dreht sie gerade einen Dokumentarfilm über ihre vielseitige Künstler-Kollegin. Die beiden haben in den letzten Jahren auch auf der Bühne viel zusammen gearbeitet. So begleitete Bustamante 2004/2005 Schygullas Lieder- und Filmabende „Traumprotokolle“. 2007 spielten beide zusammen im Stück „Der Tod und das Mädchen – Prinzessinnendramen“ von Elfriede Jelinek an den Hamburger Kammerspielen. 
 
In Havanna wird es bei den 31. Filmfestspielen im Dezember weitere Veranstaltungen mit Hanna Schygulla geben.
 
In Deutschland präsentiert sie aktuell ihr musikalisches Programm „Aus meinem Leben“ am 1. Mai im Opernhaus Halle, am 3. Mai im Hans-Otto-Theater in Potsdam und am 4. Mai im Wolf-Ferrari-Haus in Ottobrunn.
 
Foto links zeigt: Hanna Schygulla in der Cátedra Humboldt, © 2009
Foto rechts zeigt: Hanna Schygulla im Gespräch mit Iván Muñoz Duthil, Präsident der Cátedra Humboldt, © 2009

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