26.06.2009 Vor 40 Jahren: RWFs LIEBE IST KÄLTER ALS DER TOD
Buh-Rufe nach der Berlinale-Premiere im Zoo Palast
Ein Film über die Liebe und über die Gewalt – so subsumierte RWF auf der 19. Berlinale am 26.06.1969 für die anwesenden Presseleute sein Erstlingswerk in Spielfilmlänge. Das Wort Anarchie ist aus Fassbinders Mund zu hören und in einem langen Gespräch mit dem Journalisten Joachim von Mengershausen hatte er dazu vor den Filmfestspielen erläutert: „Mir geht es darum, dass das Publikum, das diesen Film sieht, die eigenen ganz privaten Gefühle überprüft. Ja, darum geht’s mir, um sonst gar nichts erst mal in diesem Film. Das finde ich politischer oder politisch aggressiver und aktiver, als wenn ich jemandem die Polizei als die großen Unterdrücker zeige.“
KÄLTER ALS DER TOD, wie noch der damalige Uraufführungstitel lautete, war im April 1969 in nur 24 Tagen in München und Umgebung gedreht worden. Die Herstellungskosten betrugen 95.000 DM. Die markante Fahrt durch die Landsberger Straße hatte Filmemacher Jean-Marie Straub Fassbinder zur Verfügung gestellt. Die Filmbewertungsstelle (FBW) dachte dem Film das Prädikat „wertvoll“ zu. Der offizielle Kinostart war am 16.01.1970.