18.05.2010
Vor 40 Jahren: RWFs DAS KAFFEEHAUS

Ein Szenenbild reduziert auf das Wesentliche

Am 18. Mai 1970 strahlte der WDR die Studioaufzeichnung von DAS KAFFEEHAUS erstmals in seinem Fernsehprogramm aus. Fassbinders Stückbearbeitung nach der Komödie von Carlo Goldoni wurde über 10 Tage hinweg in Köln gedreht. Im Vergleich zum üppigen Bühnenbild der Bremer Inszenierung von 1969 – mit einer überdimensionalen Tortenplatte im Zentrum – beschränkte sich Wilfried Minks hier auf die markanten Thonetstühle als Ausstattung. Das Handlungskarussell von Geld-, Liebes- und Intrigenspielen zwischen den Besuchern von Ridolfos Kaffeehaus nimmt dadurch nicht minder an Fahrt auf. Der Filmkritiker Herbert Spaich resümiert in seiner Monografie RWF – Leben und Werk (1992, S. 368): „Nach ihrem Auftritt verharren die Akteure in dekorativem Arrangement. Durch geschickte Eingriffe in Goldonis Text entstand ein Spiel über die Unmöglichkeit, einem anderen Menschen zu helfen, wenn dieser das nicht will.“
 
Gedreht wurde der Film mit 105 Minuten Spiellänge in Schwarzweiß auf 2 Zoll MAZ-Band. Weitere Ausstrahlungstermine gab es im Hessischen Rundfunk am 26. September 1970 und im Bayerischen Rundfunk am 20. Januar 1971.
    
RWFF Filmografie zu DAS KAFFEEHAUS



Bildnisscene

Spielhausscene


Foto links: Harry Baer (Eugenio), Peer Raben (Ridolfo), Kurt Raab (Don Marzio) und Margit Carstensen (Vittoria), 1970 © RWFF
Foto mitte: Ingrid Caven (Placida), Margit Carstensen (Vittoria), Rudolf Waldemar Brem (Pandolfo), Peer Raben (Ridolfo), Harry Baer (Eugenio) und Hans Hirschmüller (Trappolo), 1970 © RWFF
Foto rechts: Rainer Werner Fassbinder, 1970 © RWFF

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