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In Andenken an den Geburtstag von Kurt Raab

Raab_Satansbraten.serendipityThumbHeute wäre er 70 Jahre alt geworden

Am 20. Juli 1941 wurde Kurt Raab, Schauspieler, Drehbuchautor, Requisiteur und Ausstatter, als Sohn eines Pferdeknechts im böhmischen Bergreichenstein geboren. Bereits in seiner Schulzeit in Straubing lernte er den späteren Mitbegründer des Action-Theaters und Komponisten einer Vielzahl von RWFs Filmen Wilhelm Rabenbauer, bekannt unter dem Namen Peer Raben, kennen. Gemeinsam ging er mit ihm nach München und spielte in Rabens Antigone-Inszenierung seine erste Bühnenrolle. Dort lernte Raab auch Fassbinder kennen, begründete das antiteater mit und war in dessen Filmen bis 1977 sowohl als Schauspieler, Mit-Autor und Filmausstatter tätig. 1971 wurde er für seine brillante Ausstattung von WHITY mit dem Deutschen Filmpreis (heute LOLA) ausgezeichnet.

Mit der Hauptrolle in RWFs WARUM LÄUFT HERR R. AMOK? (1969) übernahm Raab seine erste Filmrolle und war an zahlreichen weiteren seiner Filme und Fernsehproduktionen beteiligt. Er verfasste die erste Drehbuchversion zu MUTTER KÜSTERS FAHRT ZUM HIMMEL (1975) und schrieb später eine Drehbuchrohfassung nach Fassbinders umfassender Vorlage zu DIE EHE DER MARIA BRAUN (1979).

Bei seiner letzten Zusammenarbeit mit Fassbinder, dem zweiteiligen Fernsehfilm BOLWIESER (1976/1977) nach dem gleichnamigen Roman von Oskar Maria Graf, spielte Raab den Bahnhofsvorsteher Xaverl Bolwieser. Neben RWF verbanden ihn u. a. Arbeiten mit Herbert Achternbusch, Helmut Dietl und Ulli Lommel in dessen Film ZÄRTLICHKEIT DER WÖLFE (1973), basierend auf Raabs eigenem Drehbuch, er auf bestechende Weise den Massenmörder Haarmann verkörperte. Ab 1977 widmete er sich in Bochum, München und Hamburg wieder vermehrt seiner Bühnenarbeit und wirkte in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen als Schauspieler mit.

Kurt Raab verstarb am 28. Juni 1988 in Hamburg im Alter von nur 46 Jahren und wäre heute 70 Jahre alt geworden.

 

Foto links: Kurt Raab in RWFs BOLWIESER, 1976/77 © RWFF
Foto rechts: Kurt Raab in RWFs SATANSBRATEN, 1975 © RWFF

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